Was mit Liebe – Bernays Tag & Nacht

Das sind Beslinda, Betül, Chaymaa und Sabina. Sie haben eine schöne Geschichte verfasst. Sie startet in der Aula der Bernaysschule und es geht darin, um …

Was mit Liebe!

Mandy und Valentina sitzen in der Aula der Bernaysschule. Große Pause. Mandy nagt an ihrem Apfel.
„Siehst du den Typen da drüben. Aus der 10c.“
„Welchen? Den mit den Pickeln?“
„Nein! Den mit den blauen Augen. Den Süßen.“
„Ah, der ist echt hübsch!“
„Sebastian heißt der, hab ich erfahren. Den würde ich gerne kennenlernen.“
Der Typ geht rüber zum Kiosk und stellt sich in die Schlange. Mandy steht auf, lässt ihren Apfel liegen und stellt sich gleich hinter ihm an. Mandy fragt ihn: „Darf ich vor?“ Aber Sebastian hört sie nicht. Noch einmal traut sie sich, ihn zu fragen. Dieses Mal lauter. Obwohl sie so aufgeregt ist. Allein ihn anzusprechen und so nahe bei ihm zu stehen, macht sie glücklich.
„Ja, klar“, sagt er mit Augenzwinkern. Er rückt ein Stück zur Seite. Mandy drängt sich an ihm vorbei. Enger, als es vielleicht nötig wäre. Sie kauft sich ihre Breze und als sie weggeht, schaut sie sich noch einmal zu ihm um.
Beschwingt geht sie zu Valentina zurück. „Hast du das gesehen? Ich habe mit ihm gesprochen. Das ist der Wahnsinn für mich!“
Den restlichen Vormittag kann sie sich im Unterricht kaum konzentrieren. „Mein Gott, bist du verliebt“, sagt Valentina. Dreimal hat Valentina sie schon angetippt. Keine Reaktion. Mandy scheint vor sich hinzuträumen.

Wochenlang beobachtet Mandy Sebastian. In der Aula, auf dem Flur, auf dem Humannweg von der U-Bahn zur Schule, wann immer sie ihn sieht. Und manchmal hat sie das Gefühl, er sieht sie auch an. Und jeden Tag verliebt sich Mandy ein bisschen mehr in Sebastian. Aber statt mit ihr zu sprechen, steht Sebastian mit Valentina zusammen und spricht mit ihr. Mandy bleibt das Herz stehen, als sie das sieht. Sie denkt sich, wieso redet er nicht mit mir? Was machen die da? Woher kennen die sich? Und wie vertraut sie sich anschauen. Als würden sie sich schon lange kennen und gut. Verwirrt dreht sich Mandy weg und geht hoch in die Klasse. Bis zum zweiten Gong sitzt sie still auf ihrem Stuhl und wartet auf ihre Freundin. Valentina setzt sich ruhig zu ihr. Als wäre nichts. Neugierig fragt Mandy Valentina, was los war. Valentina erwidert: „Was soll los sein?“ Vielleicht ist wirklich nichts passiert, denkt Mandy. Valentina würde es ihr sagen, wenn was wäre. Oder?

Nach der Schule auf dem Heimweg sieht Mandy die Mutter von Sebastian. Sie ist gestürzt. Vielleicht gestolpert. Vielleicht zusammengebrochen. Mandy hat es nicht gesehen. Nur wie sie da liegt, sieht sie. Bewusstlos auf dem kalten Boden. Mandy rennt erschrocken zu ihr hin und sieht nach, was mit ihr los ist. Sie nimmt sofort ihr Handy aus der Tasche und wählt mit ihren zitternden Händen die Nummer 112. Schnell kommt der Krankenwagen mit seiner lauten Sirene. Nach 2 Stunden wacht die Mutter im Krankenhaus auf. Mandy ist bei ihr. Die Mutter schaut sie fragend an und sagt: “Wo ist mein Sohn?“ Da platzt Sebastian ins Zimmer rein.
“Was ist passiert?“, fragt er erschrocken. Mandy erzählt ihm die ganze Sache. Sebastian umarmt Mandy. „Ich danke dir, dass du meine Mutter gerettet hast!“ Mandy wird total rot.

Von da an ist Sebastian immer nett zu Mandy. Jeden Tag in der Pause schaut er sie an und lächelt kurz rüber. An einem sonnigen Nachmittag kommt Sebastian zu Mandy und spricht sie an. “Hey, ich wollte mich nochmal bei dir bedanken und wollte dich fragen, ob du heute mit mir zum Eis essen kommst?“ Sie ist sprachlos. Damit hat sie nicht gerechnet. „Ja klar!“, sagt sie eilig. Sie rennt schnell zur Toilette und schaut sich im Spiegel an.
„Sehe ich gut aus?“ fragt Mandy Valentina, die neben ihr steht.
„Ja, du siehst toll aus.“
Sie packt ihre Tasche und rennt zu Sebastian, der schon in der Aula wartet. Auf dem Weg ins Mira, entlang der Kämpferstraße, reden die beiden über verschiedene Sachen, die es so gab. Als sie den Trenkleweg überqueren, sehen sie ein Paar, das zusammen sitzt und gemeinsam lacht. Sie sehen glücklich aus. Mandy und Sebastian starren das Paar an und dann gucken sie sich ganz tief in die Augen. Plötzlich fragt Sebastian: “Hast du eigentlich einen Freund?“ Mandy antwortet fast herzstehend und leise: “Nein, du eine Freundin?“ Sebastian schüttelt den Kopf. Sie gehen schweigend weiter.
Bei der Eisdiele am Mira bestellt sich Sebastian zwei Kugeln: Melone und Schokolade.
„Melone? Hey, das ist auch mein Lieblingseis.“ Da nimmt sie sich auch eine Kugel Meloneneis. Gemeinsam spazieren sie zur Panzerwiese. Vor dem Wald, wo es so einsam und verlassen ist, setzen sie sich gemütlich ins Gras. Sebastian zieht seine Jacke aus. „Möchtest du dich da drauf setzen?“, fragt er Mandy. Sie nickt und macht es sich bequem. Sie schauen in den Himmel. Mandy zeigt auf eine Wolke. „Siehst du die Wolke da? Sie sieht aus wie ein Herz.“ Sebastian nickt und legt seinen Arm um Mandy.

 

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